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Mutter und Kind Kuss - Pixabay

Kinder erziehen – der undankbarste Job der Welt?

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Mutter zu sein, ist wunderschön – und oft sehr, sehr anstrengend. Die lieben Kleinen fordern Sie an manchen Tagen so sehr, dass Sie sich einfach nur ein wenig Ruhe, Stille und etwas Zeit für sich selbst wünschen. Doch gerade wenn Kleinkinder im Haus sind, ist das oft nicht möglich.

Die gut gemeinten Ratschläge der Umgebung sind meist völlig nutzlos. Sie verstärken das Gefühl, dass niemand sieht, was Sie jeden Tag leisten eher noch. Da sagt die beste Freundin, dass Sie doch einfach kurz in ein ruhiges Zimmer gehen, die Tür hinter sich schließen und ganz tief durchatmen sollen, wenn Ihre Nerven bloß liegen.

Geschwister - Pixabay

Geschwister – Pixabay

Doch wer kleine Kinder hat, weiß, wie realitätsfern dieser Tipp ist. Denn wenn Sie zwei oder drei quengelnde oder streitende Kinder unter fünf Jahren im Haus haben, werden Ihnen diese kleinen Engel lautstark streitend und nörgelnd in jeden Raum folgen – und zwar ohne auch nur für eine Sekunde den ohrenbetäubenden Geräuschpegel zu senken! Da kennen die süßen Kleinen nämlich kein Erbarmen.

Oder es ist einfach zu gefährlich, die Kinder für ein paar Minuten unbeaufsichtigt zu lassen, um sich in einen ruhigen Raum zurückzuziehen und aufzutanken. Das gilt besonders dann, wenn Sie einen Säugling oder ein Kleinkind im Haus haben, das Sie rund um die Uhr im Auge behalten müssen.

Für Mütter gilt das 24/7 Prinzip

Mütter haben einen Vollzeitjob, und zwar ohne geregelte Pausenzeiten, ohne Feierabend, ohne freie Tage und ohne Jahresurlaub. Ihre kleinen „Arbeitgeber“ verfolgen Sie sogar bis auf die Toilette und Ihren wohlverdienten Latte macchiato werden Sie auch meist erst genießen können, wenn er schon kalt ist.

Natürlich wussten Sie das alles vorher! Und natürlich lieben Sie Ihre Kinder mehr als alles andere auf dieser Welt! Und natürlich würden Sie sie um keinen Preis wieder hergeben! Und natürlich sind Ihre Kinder auch manchmal kleine Engel, die die niedlichsten Dinge sagen, Sie herzerweichend anlächeln – und manchmal dürfen Sie sogar völlig ungestört Ihren Latte macchiato genießen, während die Kleinen friedlich spielen oder schlummern! Aber würden Sie nicht auch gerne öfter mal Lob und Anerkennung für all die harte Arbeit und für all Ihren Einsatz bekommen?

Wer lobt Sie eigentlich für Ihre Leistung?

Mütter leiden darunter, dass all die harte Arbeit, die an manchen Tagen auch noch die letzten Kraftreserven aufzuzehren scheint, vom Umfeld als völlig selbstverständlich angesehen wird. Und nicht nur das, es kommt oft noch viel schlimmer: nämlich dann, wenn die lieben Kleinen trotz all Ihrer Mühe an manchen Tagen ihre gute Kinderstube vollkommen vergessen.

Kindergarten - Pixabay

Kindergarten – Pixabay

Sie können nämlich sicher sein, dass Sie sofort darauf angesprochen werden, wenn sie nach Meinung der Umwelt als Mutter versagt haben.

Die Kindergärtnerin wird Ihnen sofort mitteilen, wenn Ihre Kleinen das Mittagessen unter Protest auf den Boden gekippt haben oder ein anderes Kind gehauen oder gebissen haben – und wahrscheinlich fragen Sie sich dann spätestens nach der dritten „Rüge“ der Kindergärtnerin, ob Ihr Kind wirklich öfter einen Wut- oder Trotzanfall bekommt als andere Kinder.

Und schon sind Sie ganz schnell bei der Frage, ob Sie vielleicht etwas falsch machen, ob Sie eine gute Mutter sind, ob Sie manchmal zu ungeduldig sind, zu wenig Zeit mit Ihren Kindern verbringen … Die Selbstzerfleischung ist in vollem Gange. Vielleicht rufen Sie Ihren Partner an und erhoffen sich, dass er Ihnen sagt, dass Sie eine tolle Mutter sind, und dass er Sie über alles liebt.

Doch wie reagiert der Göttergatte!?! Im Zweifel relativ desinteressiert bis leicht genervt, da er die ganze Sache als Lappalie ansieht und gerade vollauf mit seiner Arbeit beschäftigt ist. Von moralischer Unterstützung keine Spur!

Jeder Mensch wünscht sich Anerkennung

Da der Mensch ein soziales Wesen ist, wünscht er sich Anerkennung. Natürlich ist die Liebe der Kinder die wertvollste Anerkennung, die eine Mutter bekommen kann, aber dennoch möchte auch die hingebungsvollste Mutter mal ein Lob von Ihrem Partner, der Kindergärtnerin oder von den Freundinnen hören. Das gibt Kraft, zaubert ein Lächeln ins Gesicht und stärkt das Selbstbewusstsein.

Alle Anerkennung aus sich selbst zu beziehen, ist sehr schwer, besonders für Vollzeit-Mütter. Frauen, die schnell wieder in Ihren Beruf zurückkehren, haben oft das Glück, das sie wenigstens im Job die Anerkennung erfahren, die Ihnen in der Rolle als Mutter leider viel zu selten zuteilwird. Doch natürlich ist das nicht das Gleiche!

Was also tun?

Familienglück trotz Stress - pixabay

Familienglück trotz Stress – pixabay

Da Sie die Gesellschaft nicht ändern können und im Zweifel auch Ihr Gatte sich nicht wirklich ändern wird, ist die Situation nur schwer veränderbar – genau deshalb sind Sie ja manchmal so verzweifelt und wütend. All die Ratschläge, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, sich selbst zu loben, die Kinder öfter von der Oma, dem Papa oder einem Babysitter betreuen zu lassen, haben Sie bestimmt schon bis zum Erbrechen gehört und gelesen.

Sicherlich sind das alles nette Ideen, die Sie auf jeden Fall in Anspruch nehmen sollten, aber die Situation wird dadurch nicht wirklich grundlegend verbessert. Sie haben vielleicht einen Nachmittag Verschnaufpause, aber im Zweifel schmiert Ihnen Ihr Mann dann abends noch aufs Butterbrot, dass er überhaupt keine Probleme mit den Kindern hatte. Unterton: „Worüber regst du dich eigentlich immer so auf!“

Fazit:

Letztendlich ist die Mutterrolle eine ziemlich undankbare Rolle und doch gleichzeitig die schönste und wichtigste, die es gibt. Die Liebe zu Ihren Kindern gibt Ihnen immer wieder die nötige Kraft, auch wenn Sie das an manchen Tagen bezweifeln. Und wenn die Kinder irgendwann mehr und mehr ihre eigenen Wege gehen, dann werden Sie sich nach diesen turbulenten Baby- und Kleinkinderjahren zurücksehnen und all die Strapazen und die Verzweiflung längstens vergessen haben!

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Autor: Anja Bergler

Hauptberufliche Online-Texterin und Redakteurin. Bereits seit 2007 arbeite ich auf selbstständiger Basis im www. Als Mutter von 4 Kindern verfüge ich über umfangreiches Wissen in den Bereichen, Kinder, Familie, Haus, Garten, Gesundheit und Immobilien. Dies sind auch meine beruflichen Kernthemen. Du findest mich auch auf Google+

Ein Kommentar

  1. Schön geschrieben, Anja. Obwohl ich ja nur zwei hab, kenn ich das nur allzu gut. Mein Mann beschwert sich, wenn er im Urlaub nicht ausschlafen darf. Aber dass ich seit vier Jahren jeden Morgen pünktlich aufstehe und das Ausschlafen ungefähr an einer Hand abzählen kann, sieht er nicht. Ich frage mich auch des Öfteren, wann wir eigentlich mal Urlaub haben? Denn selbst wenn wir uns tatsächlich Urlaub nehmen und alleine wegfahren würden – dann würde zuhause immer noch das Chaos auf uns warten, das er Rest währenddessen verursacht und uns sofort unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Manchmal ists doch besser, man arrangiert sich mit seiner Situation und macht das beste draus – die anderen tun’s nämlich nicht.

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