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Kindererziehung - Pixabay

10 goldene Erziehungsregeln

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Fehler macht jeder in der Erziehung. Niemand hat sein Kind so großgezogen, wie es im Lehrbuch steht. Der einzige Unterschied liegt in der Art und Schwere der Fehler. Kleinere Fehler sind womöglich bald vergessen und hallen in der weiteren Erziehung des Kindes nicht nach.

Größere Fehler bleiben jedoch hängen und so kann der Nachwuchs ungewollt in eine falsche Richtung steuern. Oftmals sind die gestressten Eltern auch froh, den Tag einfach irgendwie überstanden zu haben, da war es dann okay, mal fünf gerade sein zu lassen. Oder die Stimme wurde lauter, dafür, dass es dann 10 Minuten leiser im Kinderzimmer war.

Trotzkopf - Pixabay

Trotzkopf – Pixabay

Gerade an solchen Tagen sitzen viele Eltern abends auf dem Sofa und fragen sich: Habe ich heute zu viel durchgehen lassen? War ich zu streng? Hätte ich es besser machen können? Besser geht immer, schlechter erst recht. Um am Ende des Tages wenigstens nahezu alle zufriedenstellen zu können – sich selber einbezogen – ist es wichtig, eine klare Struktur in seine Erziehung zu bringen.

Das ist gar nicht so schwer, wie es sich anhört. Denn weder die Kinder können etwas für die schlechte Laune der Mutter, die ihren Trotzkopf deswegen anschreit, noch ist Liebesentzug empfehlenswert für eine störrische Tochter, die mal wieder lieber mit ihrer Freundin shoppen geht, als die Hausaufgaben zu machen. Solange Eltern tatsächlich Zeit MIT ihren Kindern und nicht nur NEBEN ihnen verbringen, und das auf Augenhöhe, ist schon die Hälfte gewonnen. Und selbst Erziehungsexperten sind der festen Überzeugung, dass ein wenig mit Tricks gearbeitet werden darf.

Tricks, die aufgestaute Luft auf angenehme Weise entlässt und die zu einem harmonischeren Miteinander führen. Wichtig dabei ist nur, dass beide Elternteile sich an die Tricks und Regeln halten. Fehler kann niemand vermeiden, aber sehr wohl in Grenzen halten. Ab und an sind sie erlaubt.

1. Interessiert am eigenen Kind sein

Stundenlanges Diskutieren, hinsetzen und Problemen zuhören. Diese Aufgabe ist besonders für berufstätige Eltern nicht einfach, und oft werden die Probleme und Sorgen der Kinder überhört und übersehen. Oftmals auch bewusst. Nach dem Motto lass mich doch in Ruhe mit deinen Sorgen, meine sind viel größer. Viele Eltern verlangen von ihrem Nachwuchs, dass er versteht, warum sie in Ruhe gelassen werden wollen. Doch das kann kein Kind verstehen, denn zuerst kommt das Wohlergehen des Nachwuchses, zum Schluss das der Eltern. Kinder, die nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten, werden im Laufe der Zeit über ihre Grenzen schreiten. Sie wollen ausprobieren, ob es stimmt, dass sie ihren Eltern gleichgültig sind. Das Ergebnis davon sind Handlungen, die weitaus ärger sind als die, wofür sie eigentlich bestraft werden sollten oder ernsthafte Probleme, die vorher gar keine waren. Nur ist es in solchen Fällen dann meist zu spät zum Eingreifen. Besser ist der ständige Kontakt zum Kind. Wenn Kinder Probleme haben, zuhören. Möchte das Kind nicht zuhören oder meint, das wäre falsch, dann nicht resignieren und sagen Bitte, ich habe dich gewarnt. Hier helfen Worte wie Gut, du glaubst nicht, was ich dir sage. Aber möchte dir helfen, weil ich dich ganz doll liebe. Solltest du es dir anders überlegen, kannst du jederzeit zu mir kommen.

2. Stets liebevoll sein

Meist ist es so, dass Eltern sich fragen was sie getan haben, weil ihre Kinder nicht auf sie hören und ständig das Gegenteil von dem machen, was Eltern möchten. Nun wird meist Liebesentzug eingesetzt, weil das die einzige Methode ist, bei der Kinder gehorchen. Sie ist aber das Falscheste, was Eltern machen können. Zum einen schadet sie der kindlichen Seele, zum anderen glauben die Kinder es sowieso nicht, weil sie wissen, dass die Eltern sie lieben. Daraufhin machen sie noch mehr Mist. Zudem geht das Vertrauen zu den Eltern verloren, weil ständig versucht wird, den Kindern Liebe zu entziehen. Es ist ganz wichtig für Kinder zu wissen, dass, egal, was sie anstellen, sie dennoch geliebt werden. Sie können noch so ungehorsam gewesen sein, aber Mama und Papa lieben sie trotzdem. Dieses Wissen schützt natürlich nicht vor Konsequenzen und Gespräche, hilft aber ungemein, sie zu ertragen. Im Schoß einer Familie, die den Kindern Vertrauen vermittelt.

3. Die Rollen sind klar verteilt

Viele Eltern machen einen unbewussten Fehler. Sie machen ihr Kind zum Kumpel, einem Freund oder Freundin. Schlimmer ist es, wenn Eltern ihr Kind als Partnerersatz sehen. Diese Kinder müssen nicht nur mit ihren eigenen Problemen fertig werden, sondern sich auch noch mit denen ihrer Mutter/ihres Vaters herum quälen. Kinder sind weder Partnerersatz, noch Freundinnen, mit denen man gemütlich Kaffee trinken gehen kann. Kinder müssen wissen, wo sie hingehören und wer ihr „Leittier“ ist. Sie müssen lernen, auf vorgegebenen Bahnen zu gehen und dass sie in Gefahr geraten können, sobald sie diese Bahnen verlassen. Das hat auch jede Menge mit Respekt anderen gegenüber zu tun. Eltern sind für Kinder die wichtigsten Menschen im Leben, und wenn sie nun als Kumpel betrachtet werden, möchten sie ihre Eltern glücklich machen und ihnen helfen. Dabei vergessen sie aber, dass sie noch klein sind und ihre eigenen Bedürfnisse treten in den Hintergrund. Ihre Entwicklung nimmt einen anderen Weg, und zwar den wahnsinnig großen Sprung von der Kindheit ins Erwachsensein. Es bleiben wichtige Entwicklungsschritte auf der Strecke. Kinder brauchen gleichaltrige Freunde, denn Eltern und Kinder sind nie gleichberechtigt. Eltern haben andere Rechte und Pflichten als Kinder.

4. Auf konsequentes Erklären achten

Natürlich ist es sehr einfach, seinem Nachwuchs auf viele Fragen nur knappe Erklärungen zu geben. Sei es aus Zeitnot oder Unlust. Doch Kinder brauchen Erklärungen mit Hand und Fuß, um die große Welt zu verstehen, um später besser durchs Leben zu kommen. Es reicht bei Weitem nicht, ihnen zu sagen, das sie das zu tun, und lassen zu haben, was Eltern den Kindern sagen. Denn das ist so auch nicht richtig. Es ist zudem völlig gleich, wie alt ein Kind ist. Solange es noch nicht volljährig ist, hat es ein Recht auf ausreichende Erklärungen. Gerade in der heutigen Zeit müssen Kinder Werte kennenlernen und sie möglichst von den Eltern oder anderen festen Bezugspersonen übernehmen. Wer nicht erklärt, schafft dem Kind keine guten Zukunftschancen. Außerdem machen Kinder zwar, was die Eltern wollen, aber sie lernen dabei nichts. Oft machen diese Kinder auch viel Dummheiten, sobald die Eltern aus der Reichweite sind. Wer wirklich mal an Zeitmangel leidet, kann kurz erklären, sollte aber auf jedem Fall dem Kind sagen, dass am Abend ausführlich darüber gesprochen wird. Und es auch tun!

5. Nicht zu sehr verwöhnen

Meist haben Eltern mit nur einem Kind den Wunsch, es ihrem Nachwuchs so schön und leicht wie möglich zu machen. Es muss nicht im Haushalt helfen und bekommt, wonach ihm beliebt. Viele Eltern mussten selber als Kind mit anpacken und eben das soll ihr Kind nicht machen. Diese Einstellung ist natürlich sehr ehrenwert, aber für das Kind nicht sehr nützlich. Denn dem Kind sämtliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen und ihnen Enttäuschungen zu ersparen, wird sie später sehr unselbstständig machen und vor Problemen weglaufen lassen. Das ist genau das Gegenteil, was wir für unsere Kinder möchten. Wir wollen sie stark und bereit fürs Leben machen. Kinder, denen jede Last von der Schulter genommen wurde, hat dieselben Voraussetzungen wie ein Kind, um das sich überhaupt nicht gekümmert wurde. Kinder müssen lernen, Hürden zu überwinden und auch mit Konflikten zurecht zu kommen. Wenn Kinder Aufgaben übernehmen, die sie noch gar nicht können, sollten Eltern sie unbedingt in ihrem Tun ermutigen. Sätze wie Versuche es zuerst mal alleine, und wenn du es dann noch nicht kannst, komm noch mal zu mir sind sehr hilfreich. Außerdem können Eltern ihren Kindern zeigen, wie etwas funktioniert.

6. Nicht überfordern

Im Zeitalter des stetigen Fortschritts sind viele Eltern stolz darauf, dass ihre Kinder in einen zweisprachigen Kindergarten gehen, am Chinesischunterricht teilnehmen und viermal in einem Verein aktiv sind. Dabei wird vergessen, dass Kinder schnell überfordert damit sind. Selbst wenn es ihnen Spaß macht, zu viel Termine in einer Woche sind nicht gesund für die Entwicklung. Kinder brauchen auch Freiräume, um abschalten zu können und um sich selber zu finden. Oft werden sie zu ihrem „Glück“ gezwungen, weil die Eltern falschen Stolz entwickeln, um in der Schule, im Kindergarten oder im Freundeskreis mit ihrem intelligenten und vielseitigen Kind anzugeben. Oder damit das Kind beschäftigt ist, weil man selber keine Zeit für sie hat. Das ist aber sehr gefährlich, denn spätestens als Jugendliche verweigert der Nachwuchs das Klavier spielen, das Reiten oder Ballett tanzen. Sie werden eigenständig und müssen nicht mehr rund um die Uhr nach der Nase der Eltern tanzen. Sie möchten ihre eigenen Wege gehen und die Eltern verlieren irgendwann die Kontrolle. Selbstverständlich dürfen Kinder, sofern sie es selber möchten, zweimal die Woche im Sportverein Fußball spielen oder zweimal in der Woche zur Musikschule gehen. Es muss aber im Rahmen bleiben und darf nicht ihren Alltag bestimmen. Kinder müssen auch mal Nichtstun dürfen und ja, sogar die Langeweile lernen. Denn nur aus der Langeweile heraus erstehen manchmal ganz wunderbare Ideen.

7. Geld ersetzt keine Liebe

Viele Eltern, meist, wenn beide berufstätig sind, neigen dazu, ihren Kindern die fehlende Aufmerksamkeit mit Geld zu ersetzen. Sie denken, das ist auch eine Art von Liebe. Auch meinen viele Eltern, weil sie in einer Wohnung statt in einem Haus leben, fehlt dem Nachwuchs etwas. Oder sie haben schlechteres Spielzeug als die Nachbarskinder, nur mit neuem oder gleichwertigem Spielzeug geht es ihren eigenen besser. Doch wer so handelt, befriedigt die Bedürfnisse der anderen Kinder, nicht die des eigenen Nachwuchs. Dazu kommt, dass Geld keinesfalls Liebe, Wärme und Zuneigung ersetzen kann, ganz gleich, in welcher Höhe das Taschen- oder Extrageld ausfallen mag. Vielleicht ist das schlechte Gewissen des Elternteils weg, aber den Kindern ist damit nicht geholfen. Wer als Kind Geld statt Aufmerksamkeit bekommt, wird auch im späteren Leben versuchen, sich Liebe mit Geld zu erkaufen. Und kann anderen Menschen keine Liebe schenken, weil sie es selber nie gelernt haben. Um seine Kinder glücklich zu machen, braucht es nicht viel Geld. Selbst berufstätige Eltern haben abends eine halbe Stunde Zeit, sich mit ihrem Nachwuchs an einen Tisch zu setzen oder mit ihm zu spielen. Sogar Eltern mit wenig Geld können ihren Kindern viel bieten, nämlich Körperkontakt, Zeit, Geborgenheit, Bewegung in der freien Natur. Und das alles bedeutet Zeit schenken. Die Kinder merken, dass die Eltern sich um sie kümmern und so erfahren sie echte Liebe.

8. Klare Linien

Wichtig ist eine klare Struktur in der Erziehung, eine glatte Linie, an der sich Kinder festhalten können. Darum geht es überhaupt nicht, die Erziehung von seinen eigenen Launen abhängig zu machen. Wenn ich übel gelaunt bin, dann können es die Kleinen ruhig wissen. Meine Wut muss ja schließlich auch mal raus. Hinterher plagt sie dann das schlechte Gewissen und sie lassen alles durchgehen, was normalerweise verboten ist. Oder sie kaufen ihren Kindern Dinge, die sie eigentlich nicht bekommen würden. Doch mit diesem Verhalten kommen Kinder jeden Alters nicht zurecht. Sie wissen nicht, woran sie bei ihren Eltern sind. Daraus entsteht eine große Unsicherheit, und der Nachwuchs kann sich an nichts festhalten. Immer wieder merkt er, dass nichts Folgen hat, und fühlt sich dementsprechend allein und im Stich gelassen. Besser ist es, mit seinen Kindern über die momentane Gefühlslage zu sprechen. Sie müssen wissen, wie es ihren Eltern gerade geht, um zu verstehen, warum sie komisch oder anders reagieren. Parallel dazu müssen sie aber lernen, dass gute Laune nicht heißt, plötzlich alles machen zu dürfen und schlechte Laune heißt nicht, dass die Kinder die Wut abgekommen. Aber vielleicht sollten sie die Eltern in schlechten Momenten nicht übermäßig nerven, denn auch Kinder haben mal schlechte Laune. Das werden diese sicher verstehen.

9. Zeit füreinander finden

Kochen, putzen, backen, einkaufen, arbeiten und waschen. Bei soviel Aufgaben bleibt ja überhaupt gar keine Zeit für die Kinder. Das müssen sie einfach verstehen und deswegen hören sie es fast täglich. Keine Zeit für Gemeinsamkeiten, es gibt kaum etwas Schlimmeres für den Nachwuchs, als solch harte Worte zu hören. Schnell verliert der Nachwuchs die Bindung zu seinen Eltern, wenn sie nie Zeit für ihn haben. Bald sind andere Bezugspersonen gefunden oder – schlimmer noch – die Kinder driften vom Weg ab und geraten auf die schiefe Bahn. Hat ja eh niemand Zeit für mich. Natürlich sollen die Eltern den Nachwuchs nicht den ganzen Tag über bespaßen, aber die Minuten und Stunden, die tatsächlich frei sind, sollte ihm gewidmet werden. Und zwar richtig. Nicht nur halb, sondern der Elternteil ist für diese Minuten nur für die Kinder da. Dabei helfen Rituale wie zum Beispiel die Gute Nacht Geschichte vorm Zubettgehen oder gemeinsame Ausflüge an den Wochenenden. Kinder brauchen Zuwendung, um sie später selber weitergeben zu können und sich in weniger guten Momenten an schöne Zeiten erinnern zu können.

10. Geborgenheit und Wärme

Sicherlich heizen gegenwärtige Diskussionen über körperlichen Missbrauch bzw. sexuelle Übergriffe auf Kinder die Gemüter ein. Aber niemand wird etwas sagen, wenn Eltern ihre Kinder in die Arme nehmen, mit ihnen kuscheln oder beim Vorbeigehen über den Kopf streichen. Außerdem brauchen Kinder engen Körperkontakt wie die Luft zum Atmen. Kinder müssen sich geliebt und geborgen fühlen. Sogar raufen und toben mit den Eltern ist eine Art Körperkontakt und tut ihnen gut. Nur so können sie Selbstsicherheit entwickeln und trauen sich mehr im Leben als Kinder, die nie in den Arm genommen wurden. Ihnen fehlt das Urvertrauen. Sobald die Kleinen aber größer und selbstständiger werden, sollte der Körperkontakt nur noch dann stattfinden, wenn sie es selber möchten. Kinder zeigen immer, wann, ob und wie viel Körperkontakt sie möchten. Und dann muss er zugelassen und gegeben werden. Auch wenn die Kinder mal an einem Tag überhaupt nicht kuscheln wollen, haben das die Großen zu respektieren.

Und was haltet Ihr davon? Richtig? Falsch? Wie handhabt Ihr die Erziehung? Gibt es Aspekte, die vergessen wurden? Eine Patentlösung wird es wohl nicht geben 🙂

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Autor: Anja Bergler

Hauptberufliche Online-Texterin und Redakteurin. Bereits seit 2007 arbeite ich auf selbstständiger Basis im www. Als Mutter von 4 Kindern verfüge ich über umfangreiches Wissen in den Bereichen, Kinder, Familie, Haus, Garten, Gesundheit und Immobilien. Dies sind auch meine beruflichen Kernthemen. Du findest mich auch auf Google+

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