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Garnele - Pixabay

Zur Haltung von Garnelen in einem Aquarium

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Seit etwa einem Jahr sind wir ja nun stolze Aquarien-Besitzer. Das heißt, es hat mit einem kleinen Becken für die Kinder begonnen. Aktuell haben wir 3 große 120 Liter Becken und jede Menge kleinere Aufzuchtbecken für unsere Kampffische im Haus verteilt. Becken kann man nie genug haben und es sind grundsätzlich immer zu wenig 🙂

Vor rund 4 Monaten haben wir ein gebrauchtes Becken gekauft, in dem sich 3 kleine Garnelen versteckt hielten. Ich konnte mit diesen Tieren eigentlich so gar nichts anfangen, richtete sich mein Fokus doch eher auf Fische und Schnecken. Aber gut, nun waren sie nun einmal da.

Cherry-Garnele

Cherry-Garnele

Mittlerweile sind aus diesen 3 Red-Fire-Zwerggarnelen gefühlte 100 geworden (kann man nicht zählen) und eigentlich sind diese Tierchen bei näherer Betrachtung doch recht possierlich und für die Beckenpflege natürlich auch sehr nützlich.

Inzwischen haben wir uns recht gut in das Thema eingelesen und denken, dass wir unsere Tipps diesbezüglich gerne anderen Interessierten weitergeben können.

In der Praxis haben sich drei Gruppen von Garnelen im Aquarium bewährt, die ich gerne kurz vorstellen möchte:

Zwerggarnelen

Zwerggarnelen im Aquarium gelten als äußerst friedlich und gesellig. Ständig auf der Suche nach Nahrung, minimieren sie dabei auch organischen Abfall. Da sie gerne Oberflächen von Steinen, Holz und Pflanzen abweiden, eignen sie sich als Algenvernichter im Aquarium.
Die sehr friedlichen Arten Caridina und Neocaridina erreichen lediglich eine Länge von 4 – 5 cm. Sollen neben Garnelen noch große oder hektisch schwimmende Fische gehalten werden, ist zu bedenken, dass sich dann die Zwerggarnelen tief in dichten Pflanzenbeständen, Wurzeln oder in Spalten verstecken. Verwandt mit den Zwerggarnelen sind die:

Fächergarnelen

Die auch als Radargarnelen bekannten Tiere sind etwas größer. Ihr Aussehen ist ganz auf das Leben in schnell fließenden Gewässern ausgerichtet.
Die ersten beiden Beinpaare sehen wie fächerförmige Fangapparate aus. Durch Abspreizen der Fächer können sie feinste Nahrung, wie Mückenlarven oder Algenpartikel aus der Strömung fischen. Mit ihren kräftigen Schreitbeinen können sie sich auch bei starker Strömung fest am Boden zu halten.

Großarmgarnelen

Diese Art sollte nicht in einem normal besetzten Gesellschaftsaquarium gehalten werden. Es existieren viele Arten, die geschickte Beutegreifer sind. Ihre beiden vorderen Schreitbeinpaare tragen Scheren, die sie als Jagdinstrument einsetzen und damit auch flinke Fische, aber auch Schnecken erbeuten.

Wurde ein Aquarium mit widerstandsfähigen Pflanzen, Wurzeln und Steinen eingerichtet, kann ein Männchen mit mehreren Weibchen gehalten werden. Zusätzliche Männchen würden im Wachstum gehemmt.

Neben artgerechter Haltung ist auch eine ausgewogene Ernährung wichtig für ihr Wohlbefinden. Besonders Zwerggarnelen weiden im Aquarium Oberflächen ab, auf denen sich Algen, Einzeller und Bakterien befinden. Trotzdem sollte Zusatzfutter zu den im Aquarium vorhandenen Mikroorganismen gegeben werden. Großarmgarnelen sind auf zusätzliche Fütterungen angewiesen. Fächergarnelen benötigen spezielle Ernährung, wie etwa feines Staubfutter und ähnliches in der Strömung treibendes Futter.

Ein Süßwasser Aquarium mit Garnelen

Aquarium Vollansicht

Aquarium Vollansicht

Generell gilt, dass sich ein offenes Süßwasser Aquarium für die Haltung von Garnelen nicht eignet, da sie herausklettern oder -springen könnten. Ist dennoch die Entscheidung für ein Süßwasser Aquarium mit Garnelen gefallen, sollte das Aquarium einige Zeit Probelaufen.

Dadurch können sich die für die Wasserstabilität wichtigen Bakterien im Filtersystem und Bodengrund ansiedeln. Sie sorgen nach einem anfänglichen Anstieg der Nitritkonzentration, durch bakterielle Abbauprozesse, für gleichbleibende Wasserqualität. Garnelen sollten erst nach regelmäßiger Kontrolle des Nitritgehalts und nach einer Anlaufphase von zwei bis drei Wochen ein.

Das optimale Filtersystem

Beim Filtersystem für ein Süßwasser Aquarium mit Garnelen ist darauf zu achten, dass kein Tier in die Ansaugöffnung gezogen werden kann. Öffnungen oder zu grobe Gitterkörbe sollten daher mit Schaumstofffilterpatronen abgedeckt werden. Gut bewährt haben sich auch Schwammfilter wie der „Hamburger Mattenfilter“, mit einer Filtermatte und einem Luftheber. Auch Patronenfilter mit Lufthebertechnik stellen ein wirkungsvolles Filtersystem dar. Bei einem größeren Becken ist auch ein Bodenfilter hilfreich.

Die richtige Beleuchtung im Garnelenbecken

Als Beleuchtung für ein Süßwasser Aquarium mit Garnelen reicht eine in die Abdeckung integrierte Leuchtstoffröhre völlig aus. Mit einem zusätzlichen Reflektor an der Röhre kann die Lichtausbeute noch verbessert werden.

Heizung – ja oder nein?

Im natürlichen Verbreitungsgebiet der Garnelen schwankt die Wassertemperatur zwischen 10 Grad Celsius im Winter und etwa 28 Grad Celsius im Sommer. Bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius vermehren sich Garnelen nicht mehr. Für die Temperaturreglung im Süßwasser Aquarium mit Garnelen eignen sich handelsübliche Thermostatheizstäbe.

Zu beachten ist, dass viele Arten hohe Temperaturen schlecht vertragen. Das kann vor allem an heißen Sommertagen problematisch werden. Wir haben in unseren Becken keine separate Heizung, da die Temperatur sich inzwischen bei 23 Grad eingependelt hat, was sie sehr gut vertragen und sich auch entsprechend wohlfühlen.

Bepflanzung und Inneneinrichtung

Fischschwarm

Fischschwarm

Pflanzen, Holzstücke und Laub für ein Süßwasser Aquarium mit Garnelen sind geeignete Versteckmöglichkeiten. Als Wasserpflanzen eignen sich vor allem Javamoos, Hornkraut oder Wasserpest.

Javamoos bietet durch seine starken Verästelungen eine gute Struktur, in der kleine Garnelen und Jungtiere Unterschlupf finden. Hornkraut und Wasserpest sind schnellwüchsige Pflanzen, die von den Tieren abgeweidet werden. Eine ideale Nahrungsquelle, da sich zwischen den feinen Pflanzenteilen Schwebeteilchen und Mulm absetzen.

Wurzeln können im Aquarium zur Strukturierung verwendet werden. Als Kletterhilfe wirken sie sehr attraktiv. Außerdem wird die Holzoberfläche von Mikroorganismen besiedelt, die von Garnelen gerne abgeweidet werden. Laub bietet Garnelen wertvolle Aufwuchsnahrung. Außerdem wird Huminsäure ins Wasser abgegeben. Keime hemmendes Laub können gewässert oder getrocknet in das Aquarium eingesetzt werden.

Viele Garnelenarten und besonders Jungtiere verstecken sich gerne zwischen Steinen. Mit unterschiedlichen Lochgrößen bieten sie willkommene Rückzugsmöglichkeiten.

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Autor: Anja Bergler

Hauptberufliche Online-Texterin und Redakteurin. Bereits seit 2007 arbeite ich auf selbstständiger Basis im www. Als Mutter von 4 Kindern verfüge ich über umfangreiches Wissen in den Bereichen, Kinder, Familie, Haus, Garten, Gesundheit und Immobilien. Dies sind auch meine beruflichen Kernthemen.

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