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Müssen Kinder immer mit Antibiotika behandelt werden?

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Ein wichtiger Hinweis gleich zu Beginn. Ich bin keine Ärztin sondern ich schildere hier nur meine persönliche Erfahrung. Dieser Artikel ersetzt keinen Arztbesuch bzw. eine gründliche Untersuchung. Als Mutter von 4 Kindern kann ich ein Lied davon singen. Meist bringt eins der Kinder aus der Schule bzw. aus dem Kindergarten einen Infekt oder eine sonstige Erkrankung mit nach Hause und kurz darauf haben wir alles „etwas davon“. Ansteckungen sind oft vorprogrammiert – das kennt man ja auch von zahlreichen Kinderkrankheiten.

Fiebertermometer - Pixabay

Fiebertermometer – Pixabay

Ich gebe zu, bei meinen ersten beiden Kindern war ich übervorsichtig und bin bei jedem kleinen Schnupfen oder erhöhter Temperatur sofort im Wartezimmer des Hausarztes gesessen, weil Panik in mir ausgebrochen ist. Wer will sein kleines Kind schon leiden sehen oder etwas falsch machen. Fieber, Erbrechen, Durchfall oder Ohrenschmerzen – nach einigen schlaflosen Nächten und dem Versuch mit Hausmittelchen dem Krankheitsverlauf positiv entgegenzutreten, wünscht man sich einfach irgendwann einmal ein „schnell wirksames Mittel“.

Man liest immer wieder, dass die Ärzte in vielen Fällen die Kinder zu schnell mit Antibiotika behandeln und dies auch großzügig verschreiben. Doch ist das immer auch ratsam? Grundsätzlich stellt man die Kompetenz eines Arztes ja nicht unbedingt infrage, man verlässt sich auf seine Diagnose und will, dass dem Kind auch geholfen wird. Allerdings muss man als Mutter oder Vater auch wissen, dass Antibiotika nicht immer hilft und oft auch falsch eingesetzt wird.

Antibiotika-Einsatz nur bei bakteriellen Erkrankungen – gegen Viren machtlos

Grundsätzlich sollte man bedenken, dass Antibiotika nur gegen bakterielle Erkrankungen hilft und auch nur dort eingesetzt werden sollte. Werden Erkrankungen durch Viren verursacht, erzielt das Antibiotikum überhaupt keine Wirkung.

Teddy verletzt - Pixabay

Teddy verletzt – Pixabay

Zu den bekanntesten Bakterien gehören beispielsweise Pneumokokken, Streptokokken oder Meningokokken, die unter anderem auch eine Blutvergiftung, Hirnhautentzündung (Meningitis), Mittelohr- oder Lungenentzündungen auslösen können. Gerade die ganz kleinen Kinder und Babys, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist, kommen mit den Erregern nicht zurecht und es können bei ausbleibender Behandlung lebensbedrohliche Infektionen entstehen.

Dies möchten viele Ärzte von vornherein ausschließen und den Bakterien so schnell wie möglich den Kampf ansagen. Das klingt zwar löblich, aber oft ist eben die Indikation einfach gar nicht gegeben. Viele Erkrankungen würden sogar ohne Medikamentengabe von alleine wieder ausheilen und das Immunsystem natürlich stärken.

Antibiotika zur Vorbeugung?

Das prophylaktische Verschreiben von Antibiotika finde ich selbst als sehr kritisch, denn nach meinen Recherchen hat die Einnahme auch keine vorbeugende Wirkung. Dass sich eine Virusinfektion in eine bakterielle Infektion umwandelt oder zu einer entwickelt, halte ich selbst auch für unwahrscheinlich und das ist auch nicht wissenschaftlich bestätigt. Oft gilt: Weniger ist mehr!

Medizin - Pixabay

Medizin – Pixabay

Ein weiterer Aspekt, den man bei einer häufigen Gabe von Antibiotika beachten sollte, ist, dass der Körper bzw. die Bakterien auch resistent gegen die Mittel werden können. Sollte dann wirklich mal ein Ernstfall eintreten, dann wirkt das verschriebene Medikament nicht mehr.

Antibiotika greifen zudem auch die gesunden Darmbakterien an, die für die Nährstoffaufnahme notwendig sind. Werden zu viele Medikamente eingenommen können diese Darmbakterien dauerhaft geschädigt werden und das Immunsystem schwächen. Die Folge wäre beispielsweise langandauernder Durchfall.

Durch das Antibiotikum erhält der Körper des Kindes auch nicht unbedingt die Möglichkeit ein eigenes vitales Immunsystem aufzubauen, und allein mit einer Erkrankung fertig zu werden. Bekommt man beispielsweise bei jedem Husten oder Schnupfen gleich ein entsprechendes Mittel verschrieben, besteht die Gefahr, dass man später im Erwachsenenalter mit einer einfachen Bronchitis ohne Medikamente überhaupt nicht mehr klarkommt und vielleicht sogar Asthma entwickelt.

Sich an die Dosierungsanweisung halten und nicht eigenmächtig handeln

Auch wir als Eltern sind hier in der Verantwortung. Auf Paradisi.de habe ich einen interessanten Artikel gelesen. Dabei ging es darum, dass Eltern oft eigenmächtig auch noch die Dosierung des Antibiotikums verändern und sich nicht an die Anweisungen des Arztes gehalten wird. Entweder wird zu viel gegeben, damit das Kind vielleicht schneller gesund wird oder aber man reduziert die Dosis, um das Kind nicht zusätzlich mit den eventuell auftretenden Nebenwirkungen zu belasten.

Daher rate ich jedem, sich unbedingt an die Dosierungsanweisung des Arztes zu halten und nicht eigenmächtig zu experimentieren oder auch die Einnahmedauer zu verkürzen, weil es dem Kind nach einigen Einnahmen schon besser geht. Grundsätzlich sollte das Antibiotikum bis zum Ende hin regelmäßig und komplett eingenommen werden.

Bei Unklarheiten oder sonstigen Fragen darf man sich auch nicht scheuen, den Haus- oder Kinderarzt zu kontaktieren.

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Autor: Anja Bergler

Hauptberufliche Online-Texterin und Redakteurin. Bereits seit 2007 arbeite ich auf selbstständiger Basis im www. Als Mutter von 4 Kindern verfüge ich über umfangreiches Wissen in den Bereichen, Kinder, Familie, Haus, Garten, Gesundheit und Immobilien. Dies sind auch meine beruflichen Kernthemen. Du findest mich auch auf Google+

2 Kommentare

  1. Frau Bergler, du hast in deinem „Über die Autorin“-Passus dein viertes Kind unterschlagen. 😉 Davon abgesehen: Schöner Artikel, bin ganz deiner Meinung. 😉

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