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Mindesthaltbarkeitsdatum – Das große Missverständnis

| 2 Kommentare

Unlängst gab es in den Medien eine breite Diskussion über die Lebensmittelverschwendung in Deutschland. Einige führen diese Verschwendung darauf zurück, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, daran Schuld tragen würde. Auch wir verstehen uns als aufklärende Instanz und wollen deshalb mit diesem Artikel ein wenig Hilfestellung beim Umgang mit Lebensmittel bieten.

Mindesthaltbarkeitsdatum – was bedeutet das genau?

Bild Mindesthaltbarkeitsdatum

Mindestens haltbar bis:

Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt an, bis zu welchem Zeitpunkt ein Lebensmittel, richtige Lagerung vorausgesetzt, mindestens genießbar ist. Hier einmal Zahlen und Fakten, wie man sie auch an öffentlichen Stellen zu lesen bekommt:

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist ein seit 30 Jahren bestehendes, gesetzlich festgeschriebenes Orientierungsmerkmal, um Verbraucher bzw. Verbraucherinnen vor ungenießbarem Lebensmittel zu schützen. Verantwortlich für die korrekte Umsetzung dieser gesetzlichen Regelung sind die Hersteller der Lebensmittel.

Das MHD gibt an, wie lange Lebensmittel ungeöffnet und bei korrekter Lagerung bestimmte Eigenschaften aufweisen müssen. Dazu gehören vor allen Dingen

  • Geruch
  • Geschmack
  • Konsistenz
  • Farbe
  • Nährwert

Um das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich garantieren zu können, müssen Verbraucher und Verbraucherinnen allerdings dafür sorgen, dass das Lebensmittel ordnungsgemäß gelagert wird. Dazu gehört bereits der sachgerechte Transport zwischen dem Einkaufsort und Zuhause. Vorausgesetzt, das Lebensmittel wird vorschriftsmäßig behandelt, ist es in der Regel auch nach Ablauf des MHD genießbar.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen – direkt wegwerfen?

Die klare Antwort hierauf kann nur lauten: NEIN! Obwohl die Hersteller der Lebensmittel nur bis zum Zeitpunkt des Ablaufens des MHD für ihre Ware verantwortlich zeichnen, ist die Qualität in Deutschland, speziell in Bezug auf Lebensmittel, derart hoch, dass das Meiste auch noch geraume Zeit NACH Ablauf des MHD genießbar ist. Hier sind vor allem die körpereigenen Sinne gefragt. Folgende Dinge sollten getan werden, um ein Lebensmittel als genießbar oder ungenießbar einteilen zu können:

  • Daran riechen
  • Eine kleine Menge probieren (kosten)
  • Sichtprüfung (Farbänderungen)
  • Anfassen (Konsistenzveränderung)

Wenn alle Maßnahmen abgewickelt sind und keine Veränderungen im Vergleich zum frischen Produkt erkennbar sind, ist das Lebensmittel für gewöhnlich noch genießbar und kann verzehrt werden. Ausnahmen hiervon sind besonders heikle Lebensmittel wie Fisch und Hackfleisch. Hier sollte Vorsicht oberstes Gebot sein, da diese Lebensmittel in der Regel sehr leicht verderblich sind.

Das MHD und die bereits geöffneten Verpackungen

Es gibt verschiedene Lebensmittel, die auch mit einem sogenannten Verbrauchsdatum versehen sind. Das Verbrauchsdatum unterscheidet sich vom Mindesthaltbarkeitsdatum deutlich. Mit dem Verbrauchsdatum wird durch die Lebensmittelhersteller angegeben, wie lange ein Produkt noch genießbar ist, nachdem die Verpackung geöffnet wurde.

Hier darf man das Datum eher als Richtwert sehen und sollte sich nicht zwingend  darauf verlassen. Am besten nutzt man einfach seinen Menschenverstand und prüft das geöffnete Lebensmittel, bevor man es verzehrt.

Kleine Tipps für den Lebensmittelalltag

Bewusst nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum schauen

Wenn man sich ohnehin im Klaren darüber ist, dass man das zu kaufende Lebensmittel am gleichen Tag oder innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums verzehren wird, genügt ein Lebensmittel mit nahe liegendem MHD.

Richtige Lagerung und Kontrolle

Sollten besondere Hinweise auf der Verpackung zu sehen sein, die sich auf die Lagerung des Lebensmittels beziehen, müssen diese beachtet werden. Nur so kann das Mindesthaltbarkeitsdatum auch wirklich eingehalten werden. Wenn man diesen Hinweisen Folge leistet, kann man die Lebensmittel in der Regel auch noch eine gewisse Zeit nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verwenden.

Vorsicht Schimmel

Obwohl es Lebensmittel wie beispielsweise verschiedene Käsesorten gibt, deren Qualität sich mit Schimmel noch erhöht, ist bei Schimmel auf Lebensmittel äußerste Vorsicht angeraten. Auf Brot und anderen Lebensmitteln hat Schimmel nichts zu suchen. Sollte Schimmel vorhanden sein, gehört das Lebensmittel direkt in den Mülleimer.

Joghurt ist ein Sonderfall

Wenn man Joghurt längere Zeit aufbewahrt, passiert es oft, dass sich auf dem Joghurt eine dünne Wasserschicht zeigt. Das hat aber nichts mit Verderbnis zu tun, sondern hat einen ganz natürlichen Ursprung. Die einfache Erklärung dafür ist, dass sich die Molke im Joghurt absetzt und etwas Feuchtigkeit oben zurücklässt. Das ist in Bezug auf die Gesundheit vollkommen unbedenklich.

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Autor: Michael Lang

Bereits seit 2002 beschäftige ich mich intensiv mit Computern und haben seit damals sehr viel Wissen angehäuft, welches ich in Form meiner Selbstständigkeit als Computerdienstleister an Kunden weitergebe. Seit 2007 habe ich mein heimliches Hobby, die Erstellung von Texten, ebenfalls gewinnbringend in den Markt eingebracht und begleite seit dieser Zeit unzählige Auftraggeber mit meinen Texten auf dem Weg zum Erfolg. Ihr könnt mich auch auf meinem Google+ Profil besuchen.

2 Kommentare

  1. Hallo Michael,

    ein sehr gelungener Artikel. Gerade habe ich auch eine Reortage über das MDH und dessen weit verbreitetes Missverständnis in der Bevolkerung gesehen.
    Ich habe auch kein Problem damit einen Joghurt zu essen der schon einige Tage abgelaufen ist, so lange er noch gut riecht und auch sonst die sensorische Prüfung besteht. 😉

    Hier in Deutschland wird viel zu leichtfertig mit Lebensmitteln umgegangen und in anderen Ländern wären die Leute froh wenn sie überhaupt etwas zu essen hätten. Da sollte man sich mal ins Gedächtnis rufen.

    Gruß Oliver

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    • Hallo Oliver,

      du hast absolut recht. Würde nur jeder zweite Bundesbürger alle Lebensmittel, die gerade erst 1-2 Tage abgelaufen sind, essen, anstatt sie sinnfrei in den Müll zu werfen, könnte der produzierte Müllberg stark verkleinert werden. Ganz abgesehen von den unnötigen Kosten, die durch das Wegwerfen jedem einzelnen entstehen. Man muss einfach lernen, sich wieder auf seine Sinne zu verlassen. Ein aufgedrucktes Datum sagt NICHTS über den Zustand eines Lebensmittels aus.

      Vielleicht lernen die Menschen ja allmählich wieder zu schätzen, was sie haben 🙂

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