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Startbild Counterstrike

Counterstrike – Schule für potenzielle Amokläufer?

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Ständig begegne ich irgendwelchen, vermeintlich wissenschaftlich untermauerten, Berichten über das Computerspiel Counterstrike. In diesen Berichten wird ständig ermahnt und darauf hingewiesen, dass es sich hier um ein blutrünstiges, als Schule für künftige Amokläufer geeignetes Spiel, handeln würde. Erfahrt hier nun die Wahrheit:

Der Ursprung des Spiels

Startbild Counterstrike

Counterstrike Startbild

Counterstrike ist eigentlich nur ein sogenannter „Mod“ des damals extrem populären Spiels „Half Life.“ Unter einem „Mod“ versteht man eine Modifikation des ursprünglichen Spiels, welches nur die Basis (Grafikengine etc.) des ursprünglichen Spiels nutzt, aber im Grunde vollkommen eigenständig in Grafik und Gameplay ist.

Die unzähligen Mods, welche auf der Basis der Half-Life-Engine erstellt wurden, bieten einen besonderen Reiz, da Spieler (mit entsprechenden Programmierkenntnissen!) selbst in der Lage sind, in das Design einzugreifen. Sogenannte Modder und Mapper sorgen für erweiterte oder komplett neue Spielinhalte, was für ständige Abwechslung sorgt.

Spielinhalt – worum geht’s wirklich?

In den eingangs erwähnten Berichten wird Counterstrike als blutrünstig und gewaltverherrlichend dargestellt. Das einzige Ziel soll das Abschlachten anderer Spieler sein. Einige behaupten sogar, dass es Geiseln geben würde, die Juden sind und ständig Dinge von sich geben wie „Bitte nicht schießen, ich habe Frau und Kinder“. Fakt ist: Da werden Dinge behauptet und erfunden, die besonders reißerisch wirken und rein gar nichts mit dem eigentlichen Spielinhalt und –ziel zu tun haben.

Es gibt verschiedene Szenarien, die wie folgt aufgebaut sind:

Entschärfen der Bombe in Counterstrike

Bombenentschärfung bei Counterstrike (CS)

Szenario 1: Team 1 (Terrors genannt) muss einen bestimmten Platz erreichen, wo an einem vordefinierten Platz eine Bombe platziert werden muss. Damit die „Counters“ die Spielrunde gewinnen können, ist eine der folgenden Möglichkeiten verfügbar:

  1. Alle Spieler des gegnerischen Teams werden ausgeschalten, bevor diese die Bombe platzieren können.
  2. Eine bereits platzierte Bombe wird entschärft, was automatisch den Rundengewinn bedeutet.

Szenario 2: Team 1 (Terrors) müssen versuchen, die sogenannten Geiseln zu bewachen, damit diese nicht von Team 2 (Counters) befreit werden können. Damit die „Counters“ in diesem Szenario gewinnen können, gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Alle Geiseln werden durch „ansprechen“ aktiviert und zu bestimmten Punkten auf der Karte geleitet und sind damit „befreit“.
  2. Alle Terroristen werden innerhalb der Rundenzeit ausgeschaltet.

Soweit zum grob umrissenen Spielinhalt. Nun aber geht es darum, was die eigentliche Intention des Spiels ausmacht. Es geht nämlich in keiner Art und Weise darum, einfach nur wie von Sinnen alles und jeden abzuschlachten, wie es gerne von vermeintlichen Fachmedien propagiert wird.

Darum geht’s wirklich!

Model der CTs

Ein Model der CTs

Counterstrike ist, wie viele andere Spiele im Bereich Ego-Shooter, teambasiert. Es geht darum, Taktiken zu entwickeln, um dem eigenen Team zum Sieg zu verhelfen. Das eigentlichen „Töten“ spielt keine primäre Rolle. Unzählige Mannschaften (Clans genannt) treten in weltweiten Ligen gegeneinander an und kämpfen sich die Ranglisten hoch. Die Models (Polizisten und Terroristen) sind einfach nur als klassisches „Gut gegen Böse“ gewählt worden. Es könnten genauso gut auch Bananen gegen Äpfel antreten, das würde dem Spielinhalt nicht schaden.

Counterstrike bietet gerne Szenarien, wie man sie im realen Leben nicht gerne vorfinden möchte. Jeder Mensch, der auch nur einen kleinen Funken Menschenverstand besitzt, kann Realität von Fiktion unterscheiden. Das Spiel bietet auch entscheidende Vorteile für die Spieler in Sachen persönlicher Entwicklung. Man lernt, sich „durchzubeißen“, auch wenn es nicht gut läuft. Man lernt auch, dass es immer jemanden gibt, der besser ist als man selbst. Man lernt, als Gruppe zu agieren und fördert damit die „Teamfähigkeit“, die in der realen Wirtschaftswelt so gefragt ist.

Auch die motorischen Fähigkeiten werden geschult und geschärft. Schnelle Entscheidungen treffen zu können sind im Spiel Counterstrike häufig extrem wichtig. Die Auge-Hand-Koordination (gesteuerte Reflexe) wird signifikant verbessert. Im Allgemeinen wird die Fähigkeit, schnell auf Unvorhergesehenes reagieren zu können, verbessert. Das sind Dinge, die im Leben sehr gefragt sind, da sie die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Grob umrissen

Die Spielinhalte und deren Wirkung/Nutzen zu vertiefen, würde den Rahmen dieses Artikels absolut sprengen, weil man damit Bücher füllen könnte. Ich erlaube mir auch nur, einen kleinen Einblick zu gewähren, um unsicheren Menschen (Eltern usw.) die Möglichkeit zu bieten, eine Objektive Meinung zum Thema lesen zu können. Ich habe Counterstrike über viele Jahre hinweg sehr intensiv gespielt und, man mag es kaum glauben, immer noch niemanden umgebracht.

Auch mein recht großer Freundeskreis, der viele ehemalige Counterstrikespieler umfasst, hat noch niemanden hervorgebracht, der gerne mal schnell ein paar Menschen abschlachten möchte. Warum also wird behauptet, Counterstrike und dergleichen mehr wäre ein Sprungbrett für Amokläufer? Jedem Spieler wird unterstellt, er wäre potenziell gewaltbereiter als diejenigen, die solche Spiele nicht spielen.

Solche Aussagen sind genauso unsinnig wie die Behauptung, dass Kuhmilch den Einstieg zum Alkoholismus bietet. Immerhin haben ALLE Alkoholiker auch schon Milch getrunken. Solche Behauptungen werden wohl in erster Linie aus Hilflosigkeit aufgestellt, um von anderen Problemen abzulenken. Fakt ist: Die Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen steigt ständig, hat aber nichts mit den verteufelten Ballerspielen zu tun.

Diese Gewaltbereitschaft ist eine gesellschaftliche Entwicklung aufgrund äußerer Umstände (meist in Ballungsgebieten). Langeweile und Gruppendynamik sorgen häufig für Gewaltexzesse. Mein Tipp an alle Eltern: Schenkt euren Kindern mehr Aufmerksamkeit, Interesse und Liebe, dann klappt’s auch mit verantwortungsbewussten Kindern.

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Counterstrike – Schule für potenzielle Amokläufer?, 7.0 out of 10 based on 2 ratings

Autor: Michael Lang

Bereits seit 2002 beschäftige ich mich intensiv mit Computern und haben seit damals sehr viel Wissen angehäuft, welches ich in Form meiner Selbstständigkeit als Computerdienstleister an Kunden weitergebe. Seit 2007 habe ich mein heimliches Hobby, die Erstellung von Texten, ebenfalls gewinnbringend in den Markt eingebracht und begleite seit dieser Zeit unzählige Auftraggeber mit meinen Texten auf dem Weg zum Erfolg. Ihr könnt mich auch auf meinem Google+ Profil besuchen.

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