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Wolframslinde

Die Wolframslinde bei Bad Kötzting – ein Naturwahrzeichen im Bayerischen Wald

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In Ries bei Bad Kötzting steht ein Lindenbaum, der zweifelsfrei einer der ältesten Lindenbäume Deutschlands ist. Die Rede ist von der Wolframslinde, die im Bayerischen Wald mittlerweile schon einen Kultstatus erreicht hat. Der Legende nach soll die Wolframslinde bereits über 1.000 Jahre alt sein. Dies kann aber letztendlich nicht bewiesen werden und daher geht man eher von einem realistischen Alter von knapp 800 Jahren aus.

Bei der Wolframslinde handelt es sich um eine sogenannte Sommerlinde (Tilia Platyphyllos) mit stattlichen Ausmaßen. So kann diese mit einem Stammumfang von knapp 13 Metern aufwarten, während die Höhe in etwa 14 Meter beträgt.

Der Namensgeber: Wolfram von Eschenbach

Den Namen Wolframslinde erhielt der Baum im Übrigen erst in der Neuzeit durch den bekannten Epiker Wolfram von Eschenbach. In seinem Parzival erwähnte er um das Jahr 1200 die Linde und stellte somit einen Zusammenhang mit der in der Nähe befindlichen Burg am Haidstein her, auf der sich eine geheimnisvolle Markgräfin aufgehalten haben soll.

Schwere Sturmschäden machten der Wolframslinde zu schaffen

Im Jahr 1950 wurde die Linde durch einen Sturm schwer in Mitleidenschaft gezogen, denn die Baumkrone wurde stark beschädigt. 17 Jahre später, es war im Jahr 1967, wurde der Baum vom weltweit bekannten und angesehenen „Baum-Doktor“ Michael Maurer behandelt.

Es sollte die vorhandene knorrige und teilweise spröde Struktur des Baums erhalten bleiben. Man stützte den Baum ab und nutzte Möglichkeiten der Erhaltung, die mittlerweile als längst überholt gelten, allerdings damals einen gewissen Erfolg versprachen. So versuchte man beispielsweise die morschen Stellen bis zur gesunden Holzstruktur zu entfernen, um den Baum so zu retten. Allerdings wurde durch diese Vorgehensweise der Baumpilz auf den Plan gerufen, der die Wolframslinde kurze Zeit später befiel und wiederum schädigen konnte.

Nur noch eine Hülle

Mittlerweile weiß man, dass die Wolframslinde eigentlich nur noch aus ihrer Rinde besteht. Im Inneren der Linde befinden sich massive Hohlräume. Doch man kann jedes Jahr von Neuem beobachten, wie die Linde austreibt, grüne frische Blätter bildet und sogar im späteren Verlauf blüht.

Wann immer man einmal die Möglichkeit hat und sich in der Nähe von Bad Kötzting befindet, sollte man sich den Baum mit seiner imposanten Erscheinung einmal ansehen – es lohnt sich.

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Autor: Anja Bergler

Hauptberufliche Online-Texterin und Redakteurin. Bereits seit 2007 arbeite ich auf selbstständiger Basis im www. Als Mutter von 4 Kindern verfüge ich über umfangreiches Wissen in den Bereichen, Kinder, Familie, Haus, Garten, Gesundheit und Immobilien. Dies sind auch meine beruflichen Kernthemen. Du findest mich auch auf Google+

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