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Enkeltrick – darauf sollten Senioren unbedingt achten

| 2 Kommentare

Es liegt wohl nicht unbedingt an der Vorweihnachtszeit, dass man in den Tageszeitungen wieder verstärkt von der Enkeltrickmasche liest. Immer mehr ältere Menschen melden sich bei der Polizei und erstatten Anzeige. Doch meist ist es dann schon zu spät.

Allerdings bleiben viele Betrügereien auch im Dunkeln, weil viele, vielleicht aus Scham, gar nicht zur Anzeige gebracht werden. Ich finde diese Vorgehensweise mit Verlaub gesagt, unter aller Sau – daher möchte ich dieses Thema aufgreifen und gezielt davor warnen.

Die Betrüger werden immer dreister

Wie gehen die Betrüger beim „Enkeltrick“ vor? Grundsätzlich gibt es mehrere Maschen – der Vielfalt sind hier keinerlei Grenzen gesetzt. Oft erhalten die älteren Menschen einen Anruf von Personen, die sich als nahe Angehörige oder Bekannte ausgeben. Meist suchen diese in irgendeiner Form Hilfe. Alternativ geben sie sich als Interviewer aus und versuchen an vertrauliche Daten zu kommen.

Opfer werden gezielt ausgewählt

Für die erste Kontaktaufnahme wird gezielt in Telefonbüchern nach „passenden“ Namen gesucht. Wer einen eher „alten“ Namen, wie Maria, Hans, Alfred oder Anna trägt, wird auch potenziell als Senior eingestuft und die Chance, dass man angerufen wird, erhöht sich dadurch.

Enkeltrick – Aufklärung ist wichtig – Bild Pixabay

So werden die Rentner meist mit: „Hallo, hier ist dein Enkel“ oder „Rate mal, wer dran ist…“und dergleichen begrüßt. Dies schafft bereits nach wenigen Augenblicken ein gewisses Vertrauensverhältnis, gerade, wenn die Senioren eher vereinsamt sind und nicht viel Kontakt zur Außenwelt haben.

Meist wird sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufgehalten. Es werden bereits beim ersten Anruf gewisse Forderungen gestellt. So befinden sich die „Enkel“ oft in finanzieller Not, sind krank – kurz gesagt, sie benötigen Geld.

Es wird auf die alten Menschen massiv Druck ausgeübt – teilweise endet dies auch in Telefonterror, sodass sich diese oft gar nicht anders zu helfen wissen, als früher oder später den Forderungen nachzugeben.

Hier der beste Tipp: Einfach den Hörer auflegen!

Nicht nur die „Enkel“ melden sich unvermittelt – teilweise werden auch Identitäten von Polizisten, Handwerkern oder Vertretern angenommen, die dann einen Hausbesuch „abstatten“. Auch hier sollte man Vorsicht walten lassen und einen gewissen Sicherheitsabstand einnehmen. So sollte das Gespräch am besten nur über die Sprechanlage erfolgen oder die Türe mit einer Kette gesichert sein. Gleichzeitig sollte man die Menschen gezielt fragen, woher sie kommen, wer sie beauftragt hat und sich notfalls den Ausweis zeigen lassen.

Vorsicht!

Dieser ist in vielen Fällen gefälscht oder hat keine Bedeutung (man behilft sich hier mit Büchereiausweisen oder Mitgliedskarten eines Fitnessstudios, um nur einige Beispiele zu nennen)

Tipp: Der Einlass in die Wohnung muss erst einmal verwehrt werden!

Ist man sich nicht sicher, kann es hilfreich sein, bei den entsprechenden Firmen, Dienststellen oder Institutionen anzurufen, um nachzufragen, ob der Besuch rechtens ist. Spätestens dann dürfte ein echter Betrüger sich aus dem Staub machen.

Den Tätern sollte klargemacht werden, dass man die Situation beherrscht und man nicht alleine ist. Notfalls kann man auch einen Nachbarn hinzuziehen. Auch das wirkt auf die Betrüger „bedrohlich“ und eher abschreckend. Meistens treten die Diebe ja zu zweit auf. Während einer sich Zutritt zur Wohnung verschafft, wartet in vielen Fällen ein Zweiter, der entsprechend die Wohnung durchsucht und Wertgegenstände entwendet.

Hilfe und Anlaufstellen

Ist ein Diebstahl oder ein Betrug erst einmal passiert, bedeutet dies meist einen hohen finanziellen Verlust – aber auch die psychischen Folgen sollten nicht außer Acht gelassen werden.

So verlieren die Senioren ihr Vertrauen in die Gesellschaft, das Schamgefühl ist enorm und zusätzlich reagieren gerade die nahen Verwandten oft verständnislos ob der Leichtsinnigkeit der älteren Generation.

Betrug an Senioren nimmt zu – Bild Pixabay

Für weitere Informationen stehen zahlreiche Anlaufstellen zur Verfügung, die ich hier einmal speziell aufgelistet habe.

Polizei-Prävention

Weißer Ring – Opferhilfe – alternativ das Opfertelefon unter 116 006 verständigen

Nahegelegene Polizeidienststellen

Ich hoffe, dass niemand in diese Situation gerät und die Warnungen, die man überall liest, auch ernstgenommen werden. Da nicht alle Senioren über einen Internetanschluss verfügen, um sich zu informieren, liegt es auch in der Verantwortung der Verwandten, Oma oder Opa, Vater oder Mutter, diesbezüglich zu sensibilisieren.

 

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Autor: Anja Bergler

Hauptberufliche Online-Texterin und Redakteurin. Bereits seit 2007 arbeite ich auf selbstständiger Basis im www. Als Mutter von 4 Kindern verfüge ich über umfangreiches Wissen in den Bereichen, Kinder, Familie, Haus, Garten, Gesundheit und Immobilien. Dies sind auch meine beruflichen Kernthemen. Du findest mich auch auf Google+

2 Kommentare

  1. Schöner Artikel und ein wirklich schlimmes Thema! Erinnert mich an ein Video, das ich vor einiger Zeit mal gesehen habe. Zu finden hier: http://bcove.me/jika5yvt
    Leider immer noch aktuell.

    LG.

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    • Hallo Doro,
      vielen Dank für den Videotipp 🙂 Leider werden die Maschen immer raffinierter. Man kann nur hoffen, dass viele aufmerksamer bei dieser Thematik werden. Da heißt es weiterhin Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.
      LG
      Anja

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