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Eremitage Bayreuth - Pixabay

Die Eremitage in Bayreuth – das Geschenk an Wilhelmine

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Auch wenn ich überwiegend über die Region Oberpfalz schreibe, möchte ich es mir doch nicht nehmen lassen, ein wenig aus dem nicht weit von meinem Wohnort entfernten Bayreuth zu berichten.

Die Eremitage liegt etwas außerhalb von Bayreuth und wurde im Jahr 1715 von Markgraf Georg Wilhelm errichtet. Das Gelände wurde bereits schon vorher als Tiergarten genutzt. Aus der Zeit stammt auch noch das Grottenhaus bzw. das Brunnenhaus.

Das Schloss selbst, das sich als Teil in der wunderschönen Gartenanlage befindet, diente als Schauplatz der höfischen Einsiedelei. Hier wurde das einfache Leben nachgespielt und sich an den Regeln des Eremitenordens orientiert. So trug man beispielsweise einfache Mönchskutten, die Zimmer waren eher kahl und spartanisch eingerichtet. Angeregt durch das einfache Leben der Eremiten erhielt die Anlage auch den Namen Eremitage.

Ein Schloss als Geburtstagsgeschenk

Im Juni des Jahres 1735 schenkte Marktgraf Friedrich, der Sohn von Markgraf Georg Wilhelm, das gesamte Gelände anlässlich ihres Geburtstags seiner Frau Wilhelmine. Sie war von der gesamten Anlage zwar begeistert, doch Wilhelmine begann sogleich, umfassende Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen zu veranlassen.

Das Alte Schloss erhielt im Zuge der Vergrößerung ein Musizierzimmer. Auch ein Japanisches Kabinett wurde eingerichtet. Besonders das Chinesische Spiegelkabinett lag Wilhelmine am Herzen. Hier schrieb sie später auch ihre sehr bekannten Memoiren.

Umfassende Renovierungen und Neugestaltungen

Eremitage Wasserpark - Pixabay

Eremitage Wasserpark – Pixabay

Natürlich wurden auch die Gartenanlagen entsprechend umgestaltet und verändert. So sieht man auch heute noch wunderschöne Brunnenanlagen, die Untere Grotte sowie das Ruinentheater. Wilhelmine war sehr traditionell. So ließ sie vor allem einige Elemente im Barockstil mit einfließen, die sich in den vorhandenen Laubengängen und zahlreichen Heckenquartieren widerspiegeln.

Durch einen Brand wurden Teile des Alten Schlosses zerstört. So entstand in den Jahren zwischen 1749 und 1753 das Neue Schloss, indem zwei Flügel angebaut wurden, die aber getrennt vom Mittelteil stehen und die Orangerie bilden. Zu sehen ist hier auch eine Goldene Quadriga, die den mittig liegenden Sonnentempel ziert. Zeitgleich erfolgte noch der Bau der Oberen Grotte, die mit zahlreichen Figuren und Statuen verziert wurde.

Im 19. Jahrhundert wurde das gesamte Gelände der Eremitage vor allem nur noch als landwirtschaftliche Nutzfläche verwendet. Durch zahlreiche Besitzerwechsel und Bayreuths Aberkennung als Residenzstadt fielen auch der Wert und das Ansehen der einst so prächtigen Gartenanlage. Die Nutzung war zu dieser Zeit nur mehr sporadisch.

Auch den 2. Weltkrieg überstand die Eremitage mit seinen Gebäuden nicht schadlos. So wurden beispielsweise der Sonnentempel und die Orangerie fast komplett zerstört. Selbst das Alte Schloss wurde stark beschädigt.

Die Orangerie wurde damals nur teilweise wieder aufgebaut. Zwar erstrahlt sie von außen wieder in altem Glanz, aber die Innenräume wurden nicht wieder hergestellt.

Die Eremitage und das Alte Schloss erstrahlen in neuem Glanz

Allerdings wollte man die Eremitage wieder zu dem machen, was es einmal war. Man versuchte die Parkanlage wieder neu anzulegen und auch die Grundstücke wieder zurückzukaufen, die damals veräußert wurden. Zahlreiche Sanierungsmaßnahmen wurden auch noch in den letzten Jahrzehnten durchgeführt. Mittlerweile kann es nun auch das Alte Schloss wieder besichtigt werden.

Eremitage Sonnentempel - Pixabay

Eremitage Sonnentempel – Pixabay

Besonders imposant sind die Räume des Markgräfinnenflügels mit dem Marmorzimmer oder dem Chinesischen Spiegelkabinett. Die Räumlichkeiten des Alten Schlosses dienen derzeit als Museum.

Ausgesprochen schön ist das Parkgelände in den Frühlings- und Sommermonaten. Wunderschöne Blütenmeere laden zum Verweilen und zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Allerdings sollte man doch die Öffnungszeiten beachten, wenn man beispielsweise die Wasserspiele beobachten möchte. Diese finden in den Monaten Mai bis Oktober stündlich statt. In den Wintermonaten ist die Anlage allerdings geschlossen. Ein weiteres Highlight mit sehr schönen Lichterspielen ist im August das Sommernachtsfest.

Wer eine Veranstaltung plant, der kann sich im Sonnentempel auch Räumlichkeiten mieten. Besonders für Lesungen, Ausstellungen Taufe, Hochzeit oder Tagungen ist diese Örtlichkeit meiner Meinung nach perfekt.

Die Bezeichnung Neues Schloss findet man in Bayreuth übrigens noch ein weiteres Mal und sollte nicht verwechselt werden. Es handelt sich um das Stadtschloss im Hofgarten, das ebenfalls sehenswert ist.

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Autor: Anja Bergler

Hauptberufliche Online-Texterin und Redakteurin. Bereits seit 2007 arbeite ich auf selbstständiger Basis im www. Als Mutter von 4 Kindern verfüge ich über umfangreiches Wissen in den Bereichen, Kinder, Familie, Haus, Garten, Gesundheit und Immobilien. Dies sind auch meine beruflichen Kernthemen. Du findest mich auch auf Google+

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